Das entwickelte Gebäudeinformationssystem bietet über die Abschätzung des Energiebedarfs hinaus auch eine wirtschaftliche Betrachtung der Instandsetzungsmaßnahme. Insbesondere aus der Sicht von Immobilienunternehmen werden verschiedene Instandsetzungsmaßnahmen und der Verbrauch unterschiedlicher Energieträger mit Kosten versehen, sodass über die energetische Bewertung auch eine schnelle überschlägige Wirtschaftlichkeitsanalyse innerhalb ganzer Stadtquartiere möglich wird. Abb. 16 zeigt eine im Gebäudeinformationssystem GEKIS durchgeführte Wirtschaftlichkeitsanalyse.

Abb. 16 Darstellung der Wirtschaftlichkeitsanalyse im Gebäudeinformationssystem GEKIS
Berechnungsverfahren

Für die Durchführung einer Wirtschaftlichkeitsanalyse ist eine Kostenermittlung der einzelnen Maßnahmen notwendig. Auf der Basis der vom Bmvbs 2012 entwickelten Kostenfunktionen lassen sich die Kostenkennwerte mit geringem Aufwand generieren. Daher wird in dem Informationssystem die Kostenermittlung durch Kostenfunktionen durchgeführt. Mittels der Kostenfunktionen werden Vollkosten und energiebedingte Mehrkosten verschiedener Instandsetzungsmaßnahmen auf einer statistisch abgesicherten Basis bestimmt. Die ermittelten Kostenfunktionen beruhen auf der Auswertung der gewerkebezogenen Kostenfeststellungen mit insgesamt 531 abgerechneten Objekten. Davon sind 399 Ein- und Zweifamilienhäuser mit einer Wohnfläche von 100 m² bis 300 m². Somit wurde eine Fläche von 237.333m² berücksichtigt. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt hierfür 19,9 Mio. €. Für die Instandsetzungsmaßnahmen der gebäudetechnischen Anlagen wurden 509 Maßnahmen mit einem Investitionsvolumen von 9,7 Mio € ausgewertet. Damit enthält die Datenbank ausgewertete Kostenfeststellungen von mehr als 30 Mio €. Die Kostenfunktionen resultieren aus dem Preisstand des 1. Quartals 2009 und sind über den Baupreisindex, welcher quartalsweise vom Deutschen Statistischen Bundesamt StBA veröffentlich wird, auf diesem Preisstand normiert. Des Weiteren sind alle Primärdaten über Regionalfaktoren standardisiert. Folglich wird laut Bmvbs 2012 ein repräsentativer Querschnitt der Kosten energiesparender Instandsetzungsmaßnahmen erzielt.

Aufgrund der Berücksichtigung des zeitlichen Kostenverlaufs wurde eine dynamische Wirtschaftlichkeitsberechnung gemäß dem Leitfaden für energiebewusste Gebäudeplanung LEG im Gebäudeinformationssystem integriert. Das in Hessische Umweltministerium (Hrsg.) 1999 publizierte LEG-Verfahren verfolgt das Ziel der Begrenzung des Energieeinsatzes in Gebäuden unter ökonomischen Aspekten.

 

Grunddaten für die Wirtschaftlichkeitsanalyse  

Anhand der Kostenfunktionen ermittelt das Gebäudeinformationssystem automatisch die Kosten der Instandsetzungsmaßnahmen. Die hierfür notwendigen Informationen für die geplante Maßnahme, wie beispielsweise die Dicke einer neu aufgebrachten Dämmschicht, werden dynamisch aus der bereits durchgeführten Berechnung des Energiebedarfs entnommen. Dementsprechend müssen zuvor eingegebene Informationen nicht mehrmals von den Benutzerinnen und Benutzern vorgenommen werden. Auf der Basis der Kostenermittlung erfolgt die ökonomische Bewertung der im Informationssystem simulierten Instandsetzungsmaßnahmen. Im ersten Schritt werden die Zinssätze, die Aktuellen sowie die Entwicklung der Energiepreise und der Betrachtungszeitraum abgefragt. Abb. 12 stellt die Eingabemaske dar.

 

Abb.17 Darstellung der Eingabemaske zur Abfragung der für die Wirtschaftlichkeitsanalyse notwendigen Grunddaten.